Geschichte

Der Freundeskreis Noyana wurde im August 1996 in Dahnsdorf (Brandenburg) gegründet. Der Name wurde einem südafrikanischen Lied entlehnt, das damals gesungen wurde.
Die 12 Gründungsmitglieder waren zwischen 19 und 27 Jahre alt. Die meisten kannten sich schon länger aus verschiedenen Zusammenhängen und Projekten. Ziel der Gruppe war zur damaligen Zeit, neue gemeinschaftliche soziale Formen des Miteinenaders auszuprobieren und real ins Gemeinschaftsleben einzusteigen. Von Anfang an war das Interesse an neuen Wegen in Sexualität und Liebe (entlang eines Gedankens der “freien Liebe”; heute würde man wohl Polyamorie dazu sagen) sowie an Spiritualität, Selbstentfaltung und Kommunikation Motor für den klassischen Noyana-Spirit.
Das war der Startschuß für ein paar Jahre, in denen die Noyana-Treffen, die immer an unterschiedlichen Orten in Deutschalnd stattfanden, zum Lebensmittelpunkt für 20-30 Menschen wurden. Am Ende des Treffens in Dahnsdorf wurde auch der Noyana-Rundbrief begründet, der  es unter der Redaktion von Christoph, Silvio, Vitus, Dirk, Markus, Stefan und Helfried immerhin auf 16 Ausgaben brachte.

1997 erweiterte sich der Freundeskreis auf etwa 30-35 Personen. Das Jahr war das vielleicht aktivste des Freundeskreises. In einem Sommercamp in Portugal trafen sich über einen Zeitraum von etwa 5 Monaten 40-45 Noyanas und Freunde. Rundbrief 4-8 wurde gedruckt und verteilt. Es entstand eine Noyana-Kasse mit jährlichen Beiträgen, eine Beitrittsregelung (und damit auch Abgrenzung nach außen), eine regelmäßig erneuerte Liste. Die ersten Menschen, die mit dieser Dynamik nichts anfangen konnten, zogen sich wieder zurück, insgesamt war aber ein starker Zuwachs und großer Enthusiasmus prägend für diese Phase.
Einige Noyanas gründeten Unternehmen in der Gegend um Köln, und ab Mitte des Jahres siedelten immer mehr Noyanas, die auch mit dem Studium fertig waren, in der Kölner Gegend an. Ab August 1997 bildete sich eine Gemeinschaftinitiative um Kosta  und Sira  mit der Idee, sich im Bergischen Land anzusiedeln.

1998 – das Projekt Bergisches Land löste sich aufgrund persönlicher Differenzen und bedauerlicher Missverständnisse auf. Im April formte sich eine neue Interessengruppe Gemeinschaft um Kalinka und Silvio . Das führte zur Gründung der ersten Noyana-Gemeinschaft am 1.8. 98 in Köln-Weiß mit vier, ab November fünf Mitgliedern. Die Treffen gingen mit ungebrochener Dynamik weiter. Der Noyana-Spirit hatte eine außergewöhnliche, schon fast magische Qualität von Zusammengehörigkeit, Sinnlichkeit und Kreativität erreicht. Und das trotz der Kontroversen, die aus dem Gruppenprozess von Anfang an begleiteten. Die Gruppe ist bis auf 45 Mitglieder angewachsen. Rundbrief 8-11 sind erschienen.

1999 sind zwei neue Noyana-Gemeinschaften entstanden – die Gemeinschaft Gummershardt mit 6 Noyanas und einem Nicht-Noyana sowie die Gemeinschaft in Rösrath mit fünf Mitgliedern. Dadurch hatten viele der aktiven Mitglieder ihr Ziel des Gemeinschaftslebens erreicht. Die Treffen und das Gesamtprojekt verloren dadurch etwas an Dynamik. Trotzdem fanden vier Treffen mit hoher Beteiligung statt.
Aus dem Umfeld von Köln-Weiß entstand die Idee, mit “Noyana 2001″ ein Haus in der Eifel oder im Bergischen Land zu kaufen und dort ein Noyana-Zentrum und Gemeinschaftsprojekt mit etwa 15-20 Menschen vorzubereiten. Letztlich scheiterte diese Idee daran, dass der Besitzer eines geeigneten Objekts in der Eifel sein Kaufangebot zurückzog.
Indes hatten sich im Freundeskreis viele feste Beziehungen gebildet, und viele der Frauen wurden schwanger. Das führte im Jahr 2000 zu einer Welle von Geburten.

Im Jahr 2000 fusionierten die Gemeinschaften aus Weiß und Rösrath, und 11 Leute zogen nach langen Verhandlungen und Gesprächen in Rösrath unter frugalen Bedingungen zusammen – im kommenden Jahr mietete die Gemeinschaft dazu, wuchs auf auf 15 an und bildete zusammen mit den Leuten der Gummershardt das Zentrum von Noyana. 2000 war das Jahr der Geburten, 6 Kinder (allesamt Jungs!) wurden uns geschenkt.
Für den Noyana-Freundeskreis war es eine Phase der Konsolidierung und des Versuchs, sich programmatisch neu auszurichten. Die Idee, die Treffen zu Camps zu erweitern und Noyana zu einer Art “Jugendbewegung” umzugestalten, konnte sich aufgrund der Konsensregel nicht durchsetzen. So blieb Noyana noch einige Jahre lang ein großer, sich regelmäßig treffender Freundeskreis von ca. 30-50 Mitgliedern.

2001 fiel in Rösrath die wegweisende Entscheidung, nach Brandenburg zu ziehen und dort ein größeres Gelände aufzukaufen. Um dies sicherzustellen, gründete man unter haarsträubenden Bedingungen (völlig überfordert vom Geschrei mehrerer Babies) die immer noch bestehende Noyana eG und damit die erste legale Institution mit diesem namen sowie den Kulturverein Pezulu e.V. Die Dynamik der Noyana-Treffen ließ nun langsam nach, wurde allerdings von den Menschen der Gummershardt wiederbelebt und maßgeblich getragen.

2002 Nach dem dramatischen Platzen der Kaufverhandlungen mit dem Hotel Wenddoche musste die Gemeinschaft Rösrath innerhalb vier Wochen ausziehen. Ein Spähtrupp konnte gerade noch rechtzeitig einen Häuserkomplex in Schmerwitz (BRA) anmieten. Im Juli 2002 zog der Gemeinschaftstroß von 12 Erwachsenen und 4 Kindern in den Osten. In Schmerwitz gründete sich die Gemeinschaft neu – der Umzug hatte erwartungsgemäß eine hohe Fluktuation ausgelöst. Die Gemeinschaft blieb 5 Jahre in Schmerwitz bis 2007 und hatte zu Höchstzeiten 18 Mitglieder.

2003 löste sich mit der Gummershardt die letzte Noyana-Gruppe in der Kölner Gegend auf – viele zogen nun nach Berlin, Potsdam oder in den Fläming.

Im Januar 2004 löste sich Noyana als offizieller Freundskreis auf – der Inhalt der Kasse wurde der Freien Schule Fläming gespendet, die Aufnahmestruktur offiziell begraben. Geblieben ist eine mehr oder weniger informelle Noyana-Yahoogruppe.
Seither gibt es immer wieder Initiativen, neue Rundbriefe zu Veröffentlichen und Noyana-Treffen zu veranstalten – das letzte fand 2008 in Berlin statt.

2006-2007 löste sich die Noyana-Gemeinschaft in Schmerwitz in zwei Schüben auf.  12 ihrer Mitglieder fusionierten mit dem damaligen Lebensgut Lübnitz zur späteren Hofgemeinschaft Lübnitz. Noyana besteht im Rahmen der Hofgemeinschaft informell als Interessensgruppe weiter.

12 Noyanas leben in der Hofgemeinschaft, ca. 6 weiterhin in Schmerwitz und die anderen überall in Deutschland verstreut, aber nach wie vor in engerem oder loserem Kontakt.

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